The calculus of Caffeine consumption

Arvind Narayanan ist wohl einer der wenigen Leute die 2 Blogs betreiben (ok, mir fallen durchaus noch ein paar andere ein). Das eine nennt sich 33 Bits of Entropy und ist ein sehr interessantes Blog über seine Forschungsarbeit (anonyme und nichtanonyme Daten) und auf jeden Fall sehr lesenswert. Ich vermute das ich früher oder später den einen oder anderen Artikel von dort kommentieren werde…

Sein anderes Blog auf Livejournal enthält durchaus ebenso interessante Artikel, aufmerksam wurde ich auf das ganze über den schon im Titel erwähnten Beitrag The calculus of Caffeine consumption, worin er die Wirkung von Koffein analysiert und darauf aufbauend verschiedene Konsumationstaktiken vorschlägt.

Considering the huge role that caffeine can play in enhancing (workplace) productivity, it is worthwhile to study its effects and mechanism with the hope of maximizing this productivity-enhancing effect.

In diesem Artikel erklärt er, dass die wesentliche Wirkung von Koffein darin besteht, die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn zu blockieren. Dies führt zu einem Rückgang des Adenosin-Pegels im Kreislauf, wodurch die normalerweise vom Adenosin blockierten Neurotransmitter mehr Wirkung zeigen. Daher wirkt Kaffee belebend und steigert die Hirnaktivität und Konzentrationsfähigkeit.

Ein Nachteil ist, dass der Körper sehr schnell eine Koffein-Toleranz entwickelt (laut Narayanan in 2-3 Wochen), wodurch die belebende Wirkung entfällt, sodass man bereits eine entsprechende Menge Kaffee benötigt um seinen normalen Adenosin-Pegel zu halten. Er schlägt dann zwei verschiedene Taktiken vor die die Wirkung des Koffeins maximieren sollen, wobei die jeweilige Taktik von den Anforderungen an die Wirkung bestimmt wird:

Kurzzeit-Strategie

Die meisten Leute trinken Kaffee um der Müdigkeit entgegenzuwirken (Narayanan nennt dies antagonistic consumption). Eine derartige Konsumation bewegt verringert die maximale Leistungsfähigkeit und steigert die minimale Leistungsfähigkeit, d.h. der Normalzustand der grünen Linie wird zur blauen Linie verschoben.

Dies ist eine sinnvolle Variante für Leute die eine dauerhafte Leistungsfähigkeit benötigen, aber nicht von Spitzenleistungen profitieren können, also beispielsweise in Jobs die keine großartigen intellektuellen Leistungen erfordern.

Andere Arbeiten hingegen – wie beispielsweise akademische Forschungsarbeit – erfordert hohe Spitzenleistungen, d.h. in diesem Fall sollte der Kaffee dann konsumiert werden, wenn man ohnehin bereits aufgeputscht, munter und leistungsfähig ist. Dadurch wird die grüne Durchschnittsleistungsfähigkeit zur roten Maximalleistung optimiert, wodurch aber auch die minimale Leistungsfähigkeit drastisch abnimmt (d.h. man benötigt intensivere Ruhepausen).

Als zusätzliche Taktik um die Leistung zu steigern schlägt er auch noch Schlaf vor. Er schlägt daher als ideale Kaffeekonsumation 2 Tassen am Tag vor, wobei die erste gleich nach dem Aufstehen getrunken wird und die zweite nach dem Mittags-Power-Nap (wieder einer der diese Power-Naps für äußerst sinnvoll und hilfreich hält).

Langzeit-Strategie

Das Problem der Koffeinkonsumation ist die dadurch entstehende Toleranz. Man muss diese Toleranz daher immer wieder abbauen. Narayanan schreibt das man bei einer kompletten Abstinenz (Vorsicht: nicht nur Kaffee enthält Koffein!) 5 Tage benötigt um wieder einen normalen Adenosin-Pegel zu erreichen, hingegen eine Woche bis 10 Tage bei nur teilweiser Abstinenz.

Da Arbeit oft aus sich abwechselnden Zyklen von anspruchsvollen und langweiligen Tätigkeiten besteht, bietet es sich an in entsprechenden Zeiten wo man keine starken Leistungen erbringen muss seinen Adenosin-Pegel zu normalisieren. Es ist vermutlich auch sinnvoll, sich die Arbeit entsprechend einzuteilen, dass man entsprechend eine Woche lang keine hochgeistigen Arbeiten verrichten muss, sodass man danach wieder eine höhere Produktivität an den Tag legen kann.


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